Angehörige

Wenn ein Mensch in ein Pflegeheim geht / gehen muss, um dort zu leben, befindet er sich in einer Ausnahmesituation. Das heißt, dass er zu Hause nicht mehr alleine zu Recht kommt, Hilfe, Pflege benötigt. Er muss sein bisheriges Leben zurück lassen.

Das gilt sowohl für Menschen am Ende ihres Lebens, als auch für Menschen, die wegen einer Krankheit diesen Schritt tun müssen. Es ist ein Schritt, den sich keiner wirklich für sich selber vorgestellt hat.

Der alte Mensch will würdevoll in den eigenen vier Wänden seinen Lebensweg beenden, im Kreise seiner Familie.

Der junge Mensch stellt sich nicht vor, dass er abrupt aus dem Alltag gerissen werden kann und dann in einer Pflegeeinrichtung landen kann.

Vielleicht ist es gut so, dass man sich die Zukunft nicht in den dunkelsten Farben ausmalt. Sollte es dann aber doch einmal so sein, dass man Hilfe, Pflege benötigt, dann ist es gut, wenn man in einem Land lebt, dass nach sozialen Vorstellungen für die Schwachen sorgt.

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“
Grundgesetz: Art. 20 Abs. 1 GG

Aber mindestens ebenso wichtig ist das menschliche, soziale Umfeld der Angehörigen.

Ich stelle immer wieder fest, dass der Besuch von Familie, Freunden, Bekannten für die Bewohner sehr wichtig ist. Deren Hilfe kann gar nicht hoch genug geschätzt werden! Sie können nicht nur praktische Hilfe leisten, Besorgungen für die Bewohner erledigen. Unschätzbar ist auch ihre menschliche Zuwendung, das ‚offene Ohr‘. Dadurch geben sie dem Bewohner Halt.

Sozialstaat (Wiki)

Angehöriger (Wiki)

Betreuung (Wiki)

6 Kommentare zu „Angehörige

  1. Die Bundesrepublik ist ein sozialer und demokratischer Staat für jene, die es sich leisten können und finanziell gut abgesichert sind. Ich bin davon überzeugt, dass die zunehmende Anzahl der Hartz-IV-Empfänger/innen und Menschen, die durch’s sogenannte soziale Netz gerutscht sind, sowie unterhalb der Armutsgrenze leben, das anders sehen… Was die Altersversorgung dieser Menschen in naher Zukunft anbelangt, da kommt ein Riesenproblem auf uns zu…

  2. Gut gesagt. Leider lesen vermutlich genau die Angehörigen das nicht, für die das Heim ein „Abstellplatz“ ist und ihr Gewissen beruhigt. Zeit für den Anderen ist das wichtigste, was man schenken kann.

  3. Liebe Katrin,
    wer Deinen Beitrag gut durch liest, der stellt fest:
    Du hast es genau erfasst und alles gesagt.
    Mir fällt nicht zusätzliches als Kommentar ein.

    An was Menschen allen Alters für die Zukunft tun sollten.
    Es kann kann so Vieles möglich werden.
    „Das Leben ist lebensgefährlich“

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