„Sie haben Ihre Krankheit immer noch nicht akzeptiert.“

Diese Aussage höre ich immer wieder von verschiedenen Seiten. Ich denke, dass es stimmt. *seufz*

Dann kommen auch immer wieder Erklärungsversuche von den „Wohlmeinenden“:

  • Sie halten sich für etwas besseres, etwas besonderes. Doch das ist nicht so. Hier sind Sie alle gleich.
  • Sie gehen immer wieder auf Konfrontation.
  • Kein Wunder, dass Sie hier ganz allein sind.
  • Das sage / denke nicht nur ich. Auch andere Kollegen / Bewohner sind der Meinung.
  • Das Leben ist nicht gerecht. Wir (die wir nicht krank, behindert, hier lebend sind) haben auch unsere Probleme, Schwierigkeiten, müssen Ungerechtigkeiten ertragen. Das Leben ist kein Pony-Hof!
  • Was bringt Ihnen das, wenn sie so heftig reagieren? Nichts!
  • Wenn Sie nicht aufpassen, verletzen Sie sich noch mal ganz schlimm.
  • Oder Sie werden entmündigt. Das kann ganz schnell gehen!

Also, dass ich mich für etwas besseres halte, das stimmt auf keinen Fall!

Dass ich anders ticke, als die anderen, JA. Aber letztendlich ist doch jeder Mensch ein Individuum!

JA, ich hadere mit meinem Schicksal. Dass das nicht gut ist, ist mir klar. Vom Kopf her.

Aber in mir wütet ein Vulkan!

Dass das nichts bringt außer Kummer ist mir auch klar. Aber das ist mein Naturell. So bin ich nun mal.

Ich weiß, ich sollte mich ändern. Ich sollte meine Kräfte sinnvoller einsetzen. Aber wissen und dann danach handeln ist für mich in diesem Fall sooooooooo schwer!!!!!

Jetzt habe ich im Netz eine Play-List gefunden, die mir vielleicht helfen kann, diese Aufgabe zu bewältigen:

Ärger, Wut und Hass in Frieden verwandeln

40 Gedanken zu “„Sie haben Ihre Krankheit immer noch nicht akzeptiert.“

  1. Ich kann dich zu gut verstehen. Diese Ohnmacht, Dinge/Tatsachen nicht selber ändern zu können, die macht einen ganz schön wütend. Sowas muss auch immer wieder mal raus, vergleichbar wie ein Ventil am Dampfkochtopf bei Überdruck.

    Letztlich, aber das weisst du selbst, ist alles ein Frage der Einstellung.
    Vergiss bitte nie: dein Glas ist halbvoll!!
    Grüßle! Sk

    Gefällt 4 Personen

  2. Liebe Kathrin,
    du bist jung, du bist intelligent und du bist eine Frau mit vielen Fähigkeiten . . immer noch, auch mit deiner Krankheit !
    Und das das schwer zu ertragen ist und man irgendwann mal rebelliert, das ist, glaube ich, völlig normal und wäre bedenklich, wenn es nicht so wäre.
    Denn ich glaube, dass jeder Mensch glücklich und gesund sein möchte, auch der Mensch, der durch eine ihm vom Schicksal oder wem auch immer, auferlegte Krankheit !
    Ich denke mal, ich würde auch verrückt werden in so einem Heim, bei aller Fürsorge und nötiger
    Hilfe. und der Umgang mit alten Menschen, dazu auch teils noch dement, trägt sicher, von einigen bestimmt auch netten Gegebenheiten, auch nicht gerade dazu bei, sich wohl zu fühlen.
    Das alle sind meine Gedanken und ich hoffe, du nimmst mir nun meine offenen Worte nicht übel !
    Sag mal, besteht denn nicht die Möglichkeit einer Veränderung deiner Wohngelegenheit, gleich welcher Art ?
    Vielleicht eine kleine Wohnung im “ Betreuten wohnen “ mit Pflegedienst, der regelmäßig kommt, du hast doch bestimmt Pflegestufe 3 oder ?
    Oder ein anderes Heim in dem halt „nur “ behinderte Menschen aller Altersgruppen beheimatet werden ? Vielleicht ist dann ein Umzug nötig, aber wenn es die Lebensqualität verbessert, warum nicht !
    Liebe Kathrin,
    ich mache mir wirklich Gedanken über dein Schicksal, auch wenn ich dich nur durch das Internet kennen gelernt habe.
    Natürlich sind meine Ratschläge nur Theorie , ich bin ja nicht in deiner Situation, aber vielleicht kann dir da jemand anderes helfen, vielleicht liest ja ein Mensch mit, drr Möglichkeiten kennt.
    Dein Motivations-Video ist nicht schlecht, ich kenne diesen Verfasser auch, aber Anregung ist das eine, in die Tat umsetzten das Andere.
    Ich grüße dich ganz ♥lich und wünsche dir Kraft, Mut und Ausdauer.
    Jutta
    P.S. du kannst mir gerne mal auch per E-Mail schreiben :-9

    Gefällt 1 Person

  3. Ich denke, es hängt auch viel damit zusammen, dass du mit sehr alten, teilweise dementen, Menschen leben musst.
    Ehrlich – das sollte doch besser gehen! Du passt einfach nicht ein Altersheim – da wäre jeder jüngere/intelligente Mensch bald aggressiv und aufmüpfig!
    Bleib dran, vielleicht gibt es auch für dich zukünftig noch eine postive Veränderung/Verbesserung deiner Wohnsituation.

    Gefällt 1 Person

  4. Dieser innere Kampf lässt sich nicht einfach abschalten. Und auch wenn er zuweilen Kraft raubt, so ist er dennoch ein Teil von Dir und ich finde es ist Dein gutes Recht Deine Entscheidung zu treffen, auch wenn das für andere vielleicht nicht immer angenehm ist oder der einfachste Weg! Bleib Dir selber treu und bleib bei Dir, wer von Dir die völlige Anpassung erwartet, sieht Dich nicht als vollständige Persönlichkeit. Emotionalität ist eigentlich eine feine Sache, auch wenn es in unserer Gesellschaft nicht immer gern gesehen wird…

    Gefällt 1 Person

  5. Liebe Katrin,
    es ist immer besser wütend zu sein, als zu resignieren. Ich konnte das lange Zeit nicht, wütend werden. Das war nicht gut, denn ich habe alles runtergeschluckt, was dann im Inneren vor sich hin brodelte, bis eines Tages der Zusammenbruch kam. Dann habe ich gelernt, wieder auf meine Gefühle zu hören und damit geht es mir viel besser. Ich bin viel besser dran als du, denn ich habe nicht deine Krankheit – trotzdem kann ich mich gut in dich hineinversetzen und wünsche dir, dass du niemals aufhörst wütend zu sein und zu kämpfen!
    Alles Liebe
    Regina ❤

    Gefällt 1 Person

  6. Ich denke, dass Du sicherlich an einigen Tagen Deine Krankheit und all die Einschränkungen, die sie Dir auferlegt annimmst, während Du an anderen Tagen dagegen rebellierst, traurig oder wütend bist. Warum grade Du diese Krankheit hast, ist auch nicht einsehbar, denn es gibt keinen offensichtlichen Grund dafür. Ebenso ist es auch schwer, wenn nicht gar unmöglich, einen tieferen Grund für diese Krankheit zu finden, es sei denn, Du bist sehr religiös oder spirituell. Also bleibt nur Trauer und Wut, Resignation und der Weg zur Akzeptanz, zur Annahme der Erkrankung ist weit. Sie nimmt viel und gibt wenig. Das ist so.
    Mit Deinem Blog konzentrierst Du Dich so auf das Positive, zeigst uns jeden Tag Momente, die schön oder lustig sind, nachdenklich stimmen oder einfach nur einen Einblick in das Leben im Heim geben. Das Du auch eine andere Seite hast, ist doch nur normal und verständlich.
    Du lebst in einer Institution und natürlich hat diese bestimmte Regeln, Ziele, Grenzen und wer da stört, macht Mühe, Arbeit, nervt manchmal. Lass Dich bitte nicht all zu sehr verunsichern durch solche Worte oder Argumente. Im Übrigen kann man einen Menschen heutzutage nicht einfach entmündigen lassen. Diese Drohung ist gemein, verletzend und völlig haltlos. Den anderen Kommentaren kann ich nur zustimmen, ein Wohnortwechsel wäre sicherlich erstrebenswert, um mehr Kontakt zu Menschen in Deinem Alter zu bekommen. So schön Eure Musikveranstaltungen auch sein mögen, so bist Du sicherlich in einem Alter, wo Du andere Musik mehr zu schätzen weißt. Also, alles Gute für Dich! Halt durch und lasse uns weiter an Deinem Leben teilhaben 🙂 LG Trina

    Gefällt 2 Personen

  7. Hallo liebe Katrin,

    wer, zum Geier, wagt es zu behaupten, dass man seine Krankheit akzeptieren MUSS???
    Ich akzeptiere meine MS auch nicht, na und?!!
    Und zum „Entmündigen“…. na, das ist ja mal so typisch deutsch… Spurt man nicht so wie es „die anderen“ erwarten, wird man sofort zum Psychiater geschickt!
    Oh, bei diesem Thema würde mir die Galle steigen, wenn ich denn noch eine hätte…
    Hierzulande muss man in Schubladen passen. Bist krank? Akzeptiere es!!
    Bist gesund? Dann erbringe Leistung!!
    Das fängt schon im Kiga an…
    Mein Sohn war schon immer etwas stur… Wie oft wurde ich in den Kiga gerufen und danach in die Grundschule….
    Ihr Sohn will nicht mitsingen. Ihr Sohn weigert sich eine Blume zu mahlen. Ihr Sohn spielt nicht mit X, …. Ihr Sohn lernt nur was er will…Ein Besuch beim Kinderpsychologen wurde uns schon gefühlt 100 Mal geraten damals….weil ja sonst nix wird aus meinem Kind…
    Den Teufel haben wir getan!!!
    Und was ist heute? Mein Sohn studiert in Frankfurt Bioverfahrenstechnik, Notendurchschnitt 1,3. Er hat viele Freunde, macht Sport, ist beliebt, ist ehrgeizig, ein Gastdozent hat ihn zu einem Semester in Mexiko eingeladen…..mein eigenwilliges Kind geht seinen Weg. Ohne Psychiater.
    Heieieiiiiii……
    Katrin, lass dich nicht beirren, lass die anderen reden. Pfeif auf deren Meinung!
    Mache ich auch…:-) Denn letztendlich muss ich mit mir klarkommen, die „anderen“ sind ganz schnell weg wenn es um Hilfe oder Ähnliches geht….. Schwätzen kann jeder, das ist gaaanz leicht!
    Bleib einfach so wie Du bist!!! Ich mag dich sehr und bewundere Dich. Du verdienst allen Respekt der Welt!

    Gefällt 3 Personen

  8. Es gibt doch heute z.B. Wohngruppen für Behinderte, ich würde mich an deiner Stelle mal, mit verschiedenen Trägern austauschen,was da für dich möglich ist.

    Du solltest – auch wenn du selber krank bist/Pflege benötigst nicht in deinem Alter mit dementen Menschen leben müssen! Das macht dich bestimmt bald fix und alle.

    Gefällt 1 Person

  9. wenn ich diese demütigenden Aussagen von Menschen lese, die anscheinend nichts mehr zu verlieren haben
    und dann alle Kommentare Deiner Begleiter, Unterstützer, (die Anteilnahme und Zuspruch signalisieren) dagegenhalte, kann ich für Dich nur sagen:
    Sei etwas Besonderes, sei etwas anders,
    behalte Deine Qualität, Deinen Charakter, Deine Freiheit und Deine Haltung,
    nur so ist es zu bewältigen.
    Atme das „Verbrauchte“ aus , hol tief Luft, es wird dann wieder viel Platz für Frisches und Neues.
    bleib uns erhalten, wir sind bei Dir.

    Gefällt 1 Person

  10. Liebe Katrin, ich kann mir gut denken, dass das akzeptieren nicht leicht ist – und ob es dazu kommen muss, weiß ich auch nicht. Damit leben…ja. denn Du kannst sie ja nicht „wegmachen“. Aber auch damit „kämpfen“, sich anstrengen, nicht hinnehmen – ich halte das für einen guten Weg, mit dem „etwas mehr“ zu leben, zurecht zu kommen. Nur, wer ständig dieses „etwas mehr“ hat, weiß, dass nicht alle Tage gleich sind, weder nur dunkel, noch nur hell.
    Mit Entmündigung/Betreuung zu drohen, hat mich sprachlos gemacht – so schnell schießen die Preußen nicht! 😉 Das Wut manchmal einen Weg, ein Ventil braucht, ist menschlich, wenn möglich sollte sie sich nicht gegen den eigenen Körper richten. Ob Du dort leben magst oder nicht…ich glaube, auch wir Leser geraten schnell in die Richtung der „Wohlmeinenden“, weil wir eben nur lesen können, nicht er-leben. Ich wünsche Dir, dass Du weiter gehst, Deinen Weg, mit allen Höhen und Tiefen und und den Neid, das Doofe, das Böse oder auch das Frustierende da ablegst, wo es für Dich gut aufgehoben ist, zum Beispiel hier. Und am nächsten Tag scheint dann vielleicht bereits wieder die Sonne. Ich schicke Dir heute Sonnenstrahlen, ohne den „grauen Himmel“ wegmachen zu wollen! Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  11. „Ich sollte mich ändern.“
    Warum? Um anderen zu gefallen?
    Um dein ICH zu verlieren?
    Mach das nicht, liebe Katrin, das Hadern mit deiner Krankheit ist ein normaler emotionaler Prozess, den jeder von uns auch durchmachen würde.
    Du bist noch so jung im Gegensatz zu deinen Mitbewohnern, was haben die denn für eine Ahnung, wie es mit deinen Aufs und Abs aussieht?
    Bleibt so, wie du bist, mir bist du so am liebsten und verbiege dich nicht, weil andere das gern hätten!

    LG und Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Stimmungen,
    Anna-lena

    Gefällt 2 Personen

  12. Die beiden Aussagen, die mich auf die Palme bringen sind

    * kein Wunder, dass Sie hier ganz allein sind und
    * das sagen auch [alle anderen]

    Ich finde es einfach unfair, wenn mit Menschen so umgegangen wird. Man ist krank, man hat seine Probleme, man hadert mit diesen Problemen. Gut, damit ist man für gesunde Menschen vielleicht manchmal unbequem, aber das rechtfertigt trotzdem nicht, dass man solche Sätze um die Ohren gehauen bekommt.

    Was sagt das denn? Soll es bedeuten, dass man sein Leben jetzt wie in einem Beliebtheitswettbewerb umbauen soll, damit man der nette, liebe, angepasste Patient ist, der bloß keine Arbeit macht? Oder, falls wir von nicht dementen Mitbewohnern reden, damit die „Hierarchie“ gewahrt bleibt? Denn da geht doch oft der Wind her, dass es darum geht, nicht genug eigene Beachtung zu finden. Da wird dann lieber alles unternommen, das unliebsame Element klein zu halten.

    Vielleicht merkt man, dass ich ein wenig säuerlich reagiere, aber ich habe halt selber schon schlechte Erfahrungen mit eben diesen beiden Sätzen gemacht. Deswegen wünsche ich dir, dass du sie (und alle anderen auch) weitgehend an dir abprallen lassen kannst! Wichtig ist, dass du dich mit dir selbst arrangieren kannst. Ganz besonders, wenn man krank ist!

    Und ich habe großen Respekt vor deinem Mut, das hier in aller Deutlichkeit zu schreiben. Schließlich bist du ja nicht anonym im Netz unterwegs.

    Gefällt 1 Person

  13. Liebe Katrin, auf Grund der vielen, sehr intensiven Kommentare, die ich beinahe alle „unterschreiben“ würde, möchte ich nicht sehr viele Worte hinterlassen. Ich verstehe Dich sehr gut. Als „Ostkind“ bin ich eine große Bewunderin des Liedermachers Gerhard Schöne. Er schrieb das Lied „Der Wellensittich“. Das rührt mich immer wieder zu Tränen. Vielleicht kannst Du es auf You Tube finden (es ist dort als Cover zu finden, gesungen von einer jungen Dame, die das recht gut macht. Vielleicht gefällt es auch Dir …. Sei herzlich umarmt, Sylvia

    Gefällt 2 Personen

  14. Liebe Katrin …
    JA – ab und an muss man sich mal Luft machen – und auch mal „brüllen“.

    Meine Mutter hat immer gesagt:
    „Gott gibt es nur DEM auf, der es tragen kann!“
    Ich für meinen Teil, bin sehr gläubig ABER wenn ich die Wahl hätte,
    dann würde ich auch gerne mal den Ballast auf andere verteilen.
    SO aber nehme ich es alles hin (manchmal MIT Gebrüll) …
    (manchmal auch für eine Zeit mit dem Kopf im Sand) …
    die meiste Zeit aber mit dem Gedanken:
    DAS sollen erst mal DIE schaffen,
    die immer so eine dicke „Backe“ haben und DIE, die kein Handycap haben….
    dann dürften DIE sich auch ein Urteil bilden …

    Fühl dich lieb umarmt!

    Liebe Grüße … Katja

    Gefällt 1 Person

  15. Liebe Frau Sickert,
    über den Artikel in der Süddeutschen bin ich Ihnen oder Sie mir „über den Weg gelaufen“. Das Lesen Ihrer Beiträge hat mich sofort ins Pflegeheim versetzt – so von der Stimmung her. Es war richtig spannend für mich, beim Lesen meine eigenen Erfahrungen zu erleben. Ich habe mit 63 noch einen Ausbildung zum Altenpflegehelfer gemacht und noch bis letztes Jahr in einem Pflegeheim gearbeitet. Seit Februar bin ich in Rente!
    Das Thema „Schamgefühl“, welches Sie in einem Beitrag ansprechen, hat mich sehr beschäftigt. Das ist ein ganz großes Thema, das bei meiner Ausbildung wie auch im Heim unter den Teppich gekehrt wurde.

    Doch am meisten hat mich Ihr „In mir wütet ein Vulkan!“ richtig gepackt. Alles was ich jetzt schreibe, sind meine Gedanken. Nicht wegen dem Urheberrecht sondern „mein“ in dem Sinne, daß die Gedanken frei sind und jeder denken kann, wie er will – und ich dies auch voll akzeptiere.

    Ich bin von Ihrem „Vulkan“ fasziniert. Er ist ein wirklich wunderbares Bild für innere Kraft und Energie. Fast möchte ich sagen, ein Geschenk. So „unverdient“ wie Ihre Krankheit. Das „Leben“ selber kämpft gegen Ihre Krankheit an, verleiht Ihnen übermenschliche Kräfte (ist nicht ein Vulkan etwas gigantisches?) um Ihr Schicksal zu bestehen. Und diese Kraft brauchen Sie, wie der Löwenzahn am Wegesrand, wenn er die Asphaltdecke über sich durchbricht. Ich denke da an den Spruch „Ist die Not am größten, ist Gottes Hilf‘ am nächsten!“ Für „Gott“ setze ich für mich gerne „erste Wirklichkeit“ ein (Willigis Jäger). Es geht mir nicht um kluge Sprüche, sondern um Erfahrungen des Menschen, die ihm in solchen Lebensnöten „geschenkt“ werden.
    Sicher kennen Sie die Geschichte vom „Kleinen Prinzen“ (Antoine de Saint-Exupéry). Was wäre der kleine Prinz ohne seinen Vulkan, den er täglich versorgt, hegt und pflegt.

    Sie dürfen Ihren „Inneren Vulkan“ zum Mittelpunkt Ihres Lebens machen – er ist das Leben! Versuchen Sie, sich ihm ganz vorsichtig zu näheren; schauen Sie noch vorsichtiger über seinen Rand, erleben Sie die Faszination seiner Energie, seine Hitze, die Furcht vor dem Verbrennen (kennen Sie die Stelle aus dem AT, wenn man sich „Gott“ nähert?), dann aber auch die wohltuende Wärme einer Thermalquelle, die fruchtbare Asche für den besten Wein an seinen Hängen… Ganz wichtig ist, daß Sie Ihren „eigenen Vulkan“ kennen und lieben lernen; daß Sie ihn immer wieder aufsuchen, bei ihm verweilen, ihn spüren und erleben und ihm den wichtigsten Platz in Ihrem Leben bereiten. Vielleicht geben Sie ihm in Ihrem Blog einen festen Platz – und dann wissen wir immer, wie es Ihnen geht!

    Ich wünsche Ihnen, daß Sie jeden Tag neu ganz viel Kraft und Energie aus Ihrem „Inneren Vulkan“ spüren und erleben dürfen.

    Ich grüße Sie ganz herzlich aus Ulm an der Donau

    Rudi

    Gefällt 1 Person

  16. Hallo,
    ich habe den Artikel erst jetzt gelesen, und ich muss sagen, der hat mich sehr beeindruckt. Das was sie an Punkten aufgeführt haben, das habe ich so einmal miterlebt.

    Ja, ich hatte am Anfang Schwierigkeiten auf die Gruppe in der MS Station einzugehen.
    Und wissen Sie warum?
    Weil es genau diese (Vor) Urteile sind, die uns manchmal allen das Leben schwer machen! Es hatte von Kolleginnen und Kollegen geheißen: „Die sind komisch, anspruchsvoll, denen kannst du nie was recht machen und und….bis zu Beschimpfungen!

    Aber: Je mehr Zeit ich mit meiner Freundin auf der Station verbrachte, um so mehr wurde mir klar, an was es am meisten fehlt, nämlich, die Anerkennung der Bewohner!
    Ich war von wunderbaren Menschen umgeben, und wenn ich mal warten musste, unterhielt ich mich mit anderen Bewohnern. Es berührte mich sehr, wie offen sie waren, und einem z. B. ein DU anboten, obwohl ich da immer etwas zögerlich bin.

    Ich habe die Leute auch zu Ausflügen begleitet, egal ob in die Kirche oder mal zum Eis essen. Es waren wunderschöne Momente, die ich nie vergessen werde.
    Das war eine tolle Gemeinschaft.

    Aber alles hat auch Schattenseiten, so auch Dieses. Ich wurde von den Kollegen öfters nieder gemacht, wegen meinen „Bekanntschaften“! Das hat mir sehr zugesetzt. Das Problem ist doch auch, das heute oftmals in der Pflege nur Dienst nach Vorschrift gemacht wird.
    Jedes Wort wird ja schon quasi dokumentiert, nur nichts zuviel!
    Schade, so ist es auch nicht gerade toll für die zu Pflegenden.

    Ich bin dann nach ein paar Jahren aus Pflege und Betreuung ausgestiegen, die Verhältnisse waren für mich so nicht zu ertragen. Aber das sind meine Erfahrungen, ich hoffe, bei Ihnen im Heim ist es besser.

    Bleiben Sie, wie sie sind, lassen Sie sich nicht verbiegen, wie es andere gern möchten, weil das ihre Person, ihre Persönlichkeit darstellt. So wie sie die Dinge angehen, bin ich guter Hoffnung!

    Gruß!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s