Sorgen um den Wurzelsepp

Ich mache mir langsam ernsthafte Sorgen um den Wurzelsepp. :-/

Seit ich ihn kennengelernt habe Ende 2013 hat er Schritt für Schritt immer mehr abgebaut.

Anfangs ging er am Stock (ich im E-Rolli) gerne mit mir nach dem Essen durch den Garten. Zwei große Runden waren ihm oft nicht genug. Ich streikte dann.

Dann wurde aus zwei großen Runden nur noch eine große Runde, mit einer Sitzpause auf der Hälfte. Hier saßen wir dann oft gemeinsam im Strandkorb. Ich verließ dafür meinen E-Rolli. Er reichte mir die Hand und stabilisierte mich.

Aus der einen großen Runde wurde nur noch eine kleine Runde. In Ausnahmefällen auch mal zwei kleine.

Dann kam er irgendwann gar nicht mehr nach unten zum Essen. Somit fielen unsere Spazierrunden durch den Garten weg. :-/

Irgendwann erfuhr ich, dass er ins Krankenhaus musste. Dort blieb er auch eine ganze Weile. Als er wieder ins GTH zurück kam, hatte man ihn von seinem alten Wohnbereich in einen anderen umgezogen, wo die Wege nicht mehr so weit waren. Dort besuchte ich ihn regelmäßig.

Eines Tages stand sein Name nicht mehr an seiner Tür, sondern ein anderer. Ich bekam einen riesigen Schrecken! 😯 Ich fuhr den ganzen Flur ab, schaute auf jeden Namen an jeder Tür. Da endlich sah ich seinen Namen! Mir fiel ein Stein vom Herzen!

Auch in dem neuen Zimmer besuchte ich ihn noch öfter.

Irgendwann fand ich seine Tür verschlossen vor. Ich erkundigte mich beim Pflegepersonal und erfuhr, dass er wieder im Krankenhaus war. 🙁

Seit er wieder aus dem Krankenhaus zurück ist, darf ich ihn leider nicht mehr besuchen. Er ist wohl ganz schwach und schläft viel.

Er will ja schon sterben, seit seine geliebte Frau vor vielen Jahren gestorben ist. Es sieht so aus, als wird das nicht mehr all zu lange dauern. 🙁

18 Kommentare zu „Sorgen um den Wurzelsepp

  1. Ein gutes Verhältnis, dass Sie mit Wurzelsepp hatten.
    Schön wie Sie, dass bisher mit Ihm erlebte bewerten.
    Irgendwie hinterläßt ein jeder Mensch seine Spuren.
    wie wichtig, dass Sie nochmals nach Ihm gesucht haben und in seiner Nähe waren.
    Er hat es sicher gespürt.
    Sie haben schon schon Spuren hinterlassen als er Ihre Hand halten durfte.

  2. Das ist sehr traurig. Du hast wenigstens versucht, nochmals nach ihm zu schauen. Aber das hilft ihm wohl nicht mehr. Er möchte sicher in Ruhe einschlafen. Hoffen wir, dass er nicht mehr lange leiden muss.

  3. Traurig, aber irgendwie auch verständlich und für ihn ist es halt sein wunsch.
    Aber vielleicht wäre es doch gut, wenn er nicht alleine auf seinen Tod warten müsst, wenn jemand seine hand halten könnte in dieser Zeit . .
    vielleicht darfst du doch noch mal zu ihm, wenn du das den Pflegern mal klarmachst . . falls du das willst und kannst.
    Ein nachdenklich machender Post.
    ♥liche Grüße

    1. Gestern hat mich eine Pflegerin tatsächlich noch mal zu ihm gelassen. Er lag mit geschlossenen Augen im Bett, die Wangen eingefallen, schmal und grau… 🙁 Als ich ihm über die Hand strich, zeterte er laut, öffnete jedoch nicht die Augen. Ich ging dann wieder. Mein Besuch brachte ihm nur Stress. 🙁

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