Was Bewohner manchmal so von sich geben

„Es geht doch nichts über einen geordneten Flohzirkus“, sagte ein Bewohner und kratzte sich an der Stuhlrücklehne am Rücken, wand sich hin und her.

„Ich will ’nen ganzen (Gegenteil zu kaputten) Mann“, sagte die schwerbehinderte und dadurch recht eingeschränkte Bewohnerin.

„Aua, aua, aua, aua… nein, nein, mir tut nix weh!… warum ich das sage?… weil es mir Spaß macht!… und weil ich meine Nachbarin damit ärgern kann!“, sprach’s und lachte. 😀

– pffffftttttttttt – Manchmal ist es gut, dass man manche Duftnoten im Blog nicht eins zu eins wiedergeben kann… – pffpffpffpfffffffttttttt –  Wenn Menschen auf so engem Raum zusammenleben, entweicht so mancher Furz. 😉

Auch die verschiedenen Rasierwasserdüfte und Parfümdüfte treffen nicht uneingeschränkt jedermanns Geschmack. 😀

Dann gibt es noch die verschiedenen Klangcollagen, die zu hören sind:

  • Gesprächsfetzen
  • Gejammer
  • Gesang
  • laute Musik
  • lautes Fernsehen
  • Quietschen und Rattern von Waschmaschine und Trockner
  • Äußerungen dementer Bewohner, die einfach ihre Stimmen testen, dem Klang lauschen, singen…

In meinen ersten Tagen hier fand ich das sehr befremdlich. Jetzt gehört es einfach zum ‚Zuhause‘.

 

Klangcollage

Leben in einer Demenz-WG

9 Kommentare zu „Was Bewohner manchmal so von sich geben

  1. Hier das Wort „Befremdlich“ zu verwenden, ist von Ihnen ja noch sehr milde ausgedrückt.
    Gibt es eine Einrichtung für Ihre Qualität?
    Sie leben in einer Welt, die niemals Ihre ist ( wird)
    So muß man sich das Leben leider einrichten und wie Sie es tun,
    noch mehr als Das Beste daraus zu machen.
    Es ist eine große Herausforderung für Sie.
    Was ich bisher über Sie erfahren durfte… werden Sie das schaffen.
    Zu viele sind hier an Ihrer Seite.

  2. Liebe Katrin, ich fürchte, eigentlich jeder von uns würde zu der Duft- und Lärmkulisse beitragen.
    Das ist eben menschlich.
    Aber Parfüm- und Rasierwasserdüfte kann ich echt nicht ab.
    Auch viele Blumendüfte kann ich nicht vertragen. Draußen wohl aber nicht drinnen.
    Liebe Grüße Bärbel

  3. Daran muss man sich wirklich erst gewöhnen. Das sind Dinge, auf die man verzichten könnte. Aber wir sollten nicht vergessen, dass wir vielleicht auch mal zu dieser Geräusch- und Duftkulisse gehören. Für dich in deinen jungen Jahren ist das ganz bestimmt nicht einfach *ichumarmedich*

  4. Ich hab vor über einen Jahr mal in einem Altenheim, auf einer Demenzstation als Reinigungskraft gearbeitet, als ich Deine Zeilen las habe ich mich glatt zurück versetzt gefühlt.
    Das was noch fehlte war das immer gleiche Gespräch das ich jeden Morgen mir einer wirklich netten älteren Dame führte … *schmunzel*

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