Ausgebüxt

Letztens hatten wir unerwarteten Besuch im Speisesaal.

Eine Pflegerin entdeckte eine ältere Person, die draußen auf Socken über die Straße lief. Sie sammelte sie ein und brachte sie mit ins GTH.

Man ließ sie im Speisesaal Platz nehmen, gab ihr eine Tasse Kaffee und Brot, Butter und Marmelade und ließ sie erst einmal frühstücken. Derweil versuchte man herauszufinden, wer sie war und woher sie kam.

Ganz offensichtlich war sie dement und war von zuhause ausgebüxt.

Dann erschien eine Dame, die sich als Bekannte der Frau ausgab und zu wissen schien, wer uns da auf Socken zugelaufen war.

Allerdings hatte das GTH mittlerweile das einzig Richtige getan, was man in so einem Fall tun muss, die Polizei gerufen.

Also erschienen zwei uniformierte Polizeibeamtinnen. Sie versuchten, die Sache aufzuklären. Sie sprachen mit der Bekannten, mit der verwirrten Dame, mit dem Wohnbereichsleiter, der die Polizei gerufen hatte. Dann nahmen sie die verwirrte Dame und die Bekannte der Dame mit und verließen den Speisesaal.

Das Personal im Speisesaal begann mit den Aufräumarbeiten.

Ja, hier ist immer wieder etwas Neues los bei uns.

Demenz

8 Kommentare zu „Ausgebüxt

  1. Bei Ihnen ist ja jeder Tag ein Erlebnis.
    Und für Sie „schreibbares“ dabei.
    Gerne lesen wir Ihre Tagesberichte.

    Alle diese hilflosen Menschen waren souverän und ein wichtiger Teil der Gesellschaft.
    Oft denke ich an das „altwerden“ und wie wird es sich entwickeln?
    Lassen wir es kommen.

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  2. Gut, dass sie bei euch gelandet ist. Da konnte ihr wenigstens geholfen werden. Es passiert immer wieder, dass demente Menschen herumirren. Bei uns hier im Bistro erschien eine Dame mit Rollator nachts um 22.30 Uhr. Sie hatte eine Menge Geld dabei und wollte etwas bestellen. Die jungen Leute haben sich sofort gekümmert und die Dame nach Hause gebracht. Hier in unserem kleinen Städtchen kennt man G.s.D. die meisten Menschen.

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  3. In jener Seniorenresidenz, in welcher ich gut zwei Jahre lang gearbeitet hatte, hatten wir auch so einen „Zugvogel“. Es ist eine demente, und zudem noch sehr unglückliche Dame gewesen, die keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie hatte – wer weiß, was sich da im Vorfeld alles an Dramen zugetragen haben mag. Auch wenn die Pflegekräfte ein noch so gutes Auge auf sie hatten, es gelang ihr immer wieder, sich durch den Hintergang, oder auch die Tiefgarage, davon zu stehlen. Und dann wanderte sie stundenlang durch die Straße, klingelte an jeder Haustür und fragte mit Tränen in den Augen, ob ihre Tochter dort wohnen würde…

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      1. Dann hoffe ich für Dame und ihren Sohn, dass sie so schnell wie möglich einen Pflegeplatz bekommen kann, denn ich denke, dass hier Fachpersonal in einer altersgerechten Einrichtung benötigt wird.

        Ansonsten ist der Laie mit diesem Thema viel zu schnell überfordert.

        Auch aus diesem Grund kann man die Arbeit die in Alten-, Pflege-, und Behindertenheimen geleistet werden muss, nicht genug wertschätzen. Da muss noch sehr viel getan werden!

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  4. Hallo Katrin,

    ich frage mich immer, wie so etwas möglich ist, dass demente Damen und Herren einen ,,Ausflug auf eigene Faust“ unternehmen und ihr Haus verlassen können? Leider hat die Politik nicht den Mut, mehr Geld für Pflege- und Betreuungskräfte
    bereitzustellen, damit man solche Menschen nach ihren Fähigkeiten fördern und beschäftigen kann. Das Ruhigstellen mit Medikamenten kann hier nicht die Lösung sein!

    Gott sei dank ist der Dame nichts passiert!!! Aber wer trägt hier die Verantwortung wenn etwas passiert? Für eine Verbesserung dieser Situation zum Wohle der Patienten sollen alle Verantwortlichen das mal hinterfragen.

    Herzliche Grüße

    Dieter

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