Besuch bei meinen „Schätzen“

Letztens in der Physiotherapie war wieder Treppensteigen und Laufen am Rollator angesagt.

Mein Physio-Ritter richtet sich da meist nach meinen Wünschen, wohin es denn gehen soll.

Ich wollte auf den WB wo der Wurzelsepp und auch meine liebe Speisesaal-Tischnachbarin, Frau K., wohnt. Also erst Treppensteigen, dann zu den entsprechenden Zimmern laufen.

Der Wurzelsepp wohnt im letzten Zimmer am Ende des langen Gangs. Das ist schon mal eine ganz schöne Strecke. Wir klopften und dann gingen wir hinein.

Der Wurzelsepp lag auf dem Bett und schlief. Ich ging ganz nah ans Bett heran, setzte mich auf meinen Rollator und begann, ihn an den Füßen zu kitzeln. 😀 Dabei beobachtete ich sein Gesicht. Die Reaktion war wie die eines Ponys, das durch eine Fliege gestört wird. Er rümpfte erst ein wenig die Nase, drehte dann den Kopf hin und her und schließlich öffnete er die Augen.

„V.?“, sagte er, den Namen seiner Tochter nennend.

„Nein“, sagte ich, „ich bin’s, Katrin.“

„Ach!… Oh ja!…“, stammelte er und versuchte sich aufzurichten.

Dann sah er mich an, nahm die von mir entgegengestreckte Hand und zog sich hoch.

„Kennst du den M.?“, fragte er.

„Natürlich! Das ist doch dein Sohn!“, sagte ich.

„Lebt der noch?“, fragte er mich.

„Aber bestimmt!“, antwortete ich mit dem Brustton der Überzeugung.

„Der war schon ganz lange nicht mehr hier!“, beschwerte sich der Wurzelsepp.

„Er kommt bestimmt bald!“, meinte ich… und hoffte es sehr! Er wohnt ja nicht in Krefeld und kann nicht täglich kommen.

Dann musste ich ihm beibringen, dass ich wieder gehen musste. Das gefiel ihm so gar nicht. Aber ich musste weiter. Ich hatte ja schließlich Therapie und der Physio-Ritter musste zu seinem nächsten Patienten. Ungern ließ mich der Wurzelsepp also gehen.

Am anderen Ende des Gangs fragte ich den Therapeuten, ob noch Zeit bliebe, kurz bei Frau K. reinzuschauen. Es  war nur noch wenig Zeit, aber für einen ganz kurzen Besuch reichte es. Frau K. freute sich sehr, als sie mich sah. Sie lag im Bett, war immer noch sehr matt und schlapp. Ja so eine Bronchitis im zarten Alter von 95 kostet viel Kraft… Hoffentlich erholt sie sich wieder! 😯   <3

11 Kommentare zu „Besuch bei meinen „Schätzen“

  1. Sicher sind wir Alle mit dem Gedanken aufgestanden, wie mag es Katrin gehen?

    Und schon wieder ist sie, wie es Anna -Lena beschreibt, als Engel unterwegs , denkt an Andere und beschenkt sie mit Aufmerksamkeit.
    So kennen wir bisher Katrin.
    Gestern durften wir etwas mit dem Menschen Katrin teilen.

    1. Jetzt habe ich mich endlich getraut, mal auf den Link vom staedter-forum zu klicken und es war kein Spam – puh 🙂 Hab mich jetzt dort angemeldet und einen kleinen Beitrag geschrieben, allerdings als Katrin, weil Katrin – musikhai nicht akzeptiert wurde. Können Sie das noch ändern?
      Herzliche Grüße
      Katrin – musikhai

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