Praktikanten mit fehlendem Taktgefühl

Seit Beginn der letzten Woche haben wir wieder Praktikanten vom Berufskolleg Vera Beckers bei uns im GTH.

Sie sind sowohl unten im Speisesaal, als auch oben auf den Wohnbereichen eingeteilt. Sie sind also in der Hauswirtschaft und in der Pflege mit dabei und lernen den beruflichen Alltag kennen.

Besonders in der Pflege erfordert es ein gewisses Maß an Taktgefühl, will man die Bewohner nicht in Verlegenheit stürzen. Denn hier dringt das Pflegepersonal in die Intimsphäre der Bewohner ein, sei es beim An- und Umkleiden, beim Waschen, beim Toilettengang, bei der Applikation mancher Hilfsmittel und vieles mehr. Als Pflegekraft muss man versuchen unnötige Schamgefühle beim Bewohner zu verhindern.

Die ausgebildeten Pflegekräfte lernen in ihrer Ausbildung wie man das macht und können später mit der nötigen Professionalität ihre Arbeit erledigen.

Das fehlt den Praktikanten leider. Sie lassen mich leider sehr oft mit einem unguten Gefühl zurück. 🙁

Taktgefühl

Schamgefühl

11 Kommentare zu „Praktikanten mit fehlendem Taktgefühl

  1. Liebe Frau Sickert,
    Gestern habe ich Sie zufällig in „Brisant“ gesehen und gehört.
    Als älterer Mensch hab ich vor ca. 15 Jahren MS bekommen.
    Mir geht es sehr gut, bin zufrieden und dankbar.

    Es hat mich berührt,
    besonders Frauen kann MS ( wie bei Ihnen ) sehr zusetzen.
    Sie haben so viel in Ihrem vorherigen Leben (ohne MS) gemacht und erreicht.
    Jetzt mit MS so viel aufgegeben müssen ..und doch wieder Neues begonnen,
    das alles zu sehen macht Hoffnung und Mut.
    Danke
    Ulrich Hanel

  2. Da meine Schwester auch an MS erkrankt ist, weiss ich , wie schwer das Leben mit MS ist. Ich wünsche Ihnen , dass sie auch weiterhin die Kraft haben, Ihr Leben so gut es geht, zu leben und vorallem auch zu lieben.

  3. Ich weiß, wenn unsere Neuntklässler sich einen Praktikumsplatz suchen müssen, gibt es immer welche, die nehmen, was sich bietet, ohne zu überlegen, ob das überhaupt ihren Interessen entspricht.
    Daher würde ich solchen Menschen gewaltig auf den Zahn fühlen, bevor ich ihnen eine Zusage gäbe.

    Schönes Wochenende,
    Anna-Lena

  4. Liebe Frau Sickert, ich habe gerade im Fernsehen von Ihrem Leben im Altenheim erfahren und bin sehr überwältigt von so einem Entschluss zu hören. Besonders berührt hat mich allerdings auch, dass Ihre Eltern auf großer Reise sind. Ich möchte Ihnen deshalb nur von einem Reiseunternehmen berichten – „runa“, was auch für Rollstuhlfahrer Reisen in alle Welt mit oder ohne entsprechende Unterstützung jedenfalls an Rollstuhl gerechte Unterkünfte anbietet.
    Ich habe selbst diese Möglichkeiten genutzt mit meinem Vater zusammen, der im Rollstuhl sitzt.
    Ihre Webadresse steht jetzt unter meiner Favoriten!

  5. Das ist der Nachteil der Anfänger. Es braucht viele Erlebnisse und Erfahrungen bis man sich in die zu Pflegenden hineindenken kann. Etwas Empathie und soziale Kompetenz schadet auch nichts, was leider immer seltener wird.
    Luebw Katrin…da heisst es : Mund aufmachen. Leider

  6. Vielleicht sollte man sie einfach mal offen darauf hinweisen. Wenn sie den Beruf erlernen wollen, dann müssen sie sich auch entsprechend verhalten. Manche von ihnen nehmen bestimmt so einen Hinweis gerne an, die anderen sind für diesen Beruf einfach nicht geeignet.

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