Ausflug per E-Rolli

Am Samstag wurde mein Neffe, mein Augenstern, 16 Jahre alt. ūüéā

Grund genug, eine Premiere zu starten. Ich fuhr mit meinem E-Rolli die 2 km zur Wohnung der kleinen Familie! Der R√ľckweg wurde sogar noch etwas l√§nger, denn ich w√§hlte eine andere Route. So war ich also √ľber 4 km unterwegs *stolzguck*!

Das Wetter war trocken aber ziemlich k√ľhl. Die K√§lte merkte ich auf dem Hinweg nicht so sehr. Da hatte ich R√ľckenwind und war noch ganz freudig-gespannt. Doch auf dem R√ľckweg verw√ľnschte ich mich, dass ich keine Handschuhe und keine Decke (f√ľr die Beine) mitgenommen hatte. Ganz durchgefroren kam ich nach einer Stunde wieder im GTH an. Bibbernd, aber stolz und gl√ľcklich!

Nur eine Stunde? Ja, denn ich war nur vor dem Haus. Die kleine Familie kam die zwei Etagen herunter zu mir, nachdem ich angerufen hatte, dass ich vor dem Haus sei.

Ich herzte und umarmte das Geburtstagskind, w√ľnschte ihm alles Liebe und Gute. ūüôā

Dann betrachtete ich das Haus.

Ich sah die 10 steilen Steinstufen ohne Gel√§nder, die zur Hauseingangst√ľr f√ľhrten.

Die T√ľr hatten die drei offenstehen lassen. So bot sich mir der Blick ins Treppenhaus.

Ich sah den Anfang der Treppen dort, eine gewundene Treppe, das Geländer innen, wo die Stufen immer schmaler werden.

Ich erkannte, dass die Decken sehr hoch waren, die Etagen also sehr gro√üz√ľgig.

Als ich dann feststellte, wie weit es bis zum zweiten Stock war, wurde mir klar, dass ich den Aufstieg in die Wohnung tats√§chlich leider nicht schaffen w√ľrde.

Ich atmete tief durch. ūüėē

Bisher hatte mir meine Familie immer gesagt, dass ich das nicht schaffen k√∂nne. Ich solle mir eine Skype-F√ľhrung durch die Wohnung geben lassen. Aber selber dort hochzusteigen, das w√ľrde nicht klappen.

Ich hatte es nicht geglaubt. Ich dachte, sie trauen mir das nicht zu, aber ich laufe doch hier in der Physiotherapie auch manchmal, an guten Tagen, zwei Etagen die Treppe hinauf. In mir b√§umte sich Trotz auf. Ich werd’s euch schon zeigen!

Doch nun habe ich es selber gesehen. Das ist jetzt f√ľr mich leichter zu akzeptieren. Schade ist es. Aber es ist leider so. ūüėź

Die Einsicht eines Menschen verleiht ihre Fl√ľgel keinem anderen.
Khalil Gibran

30 Kommentare zu „Ausflug per E-Rolli

  1. Die eigenen Grenzen zu erkennen, liebe Katrin, ist oft sehr schmerzhaft. Aber mit Recht kannst Du stolz sein auf Deine Ausfahrt, so ganz allein, finde ich Klasse :star:
    Hab‘ einen guten Tag und sei von Herzen gegr√ľ√üt von der ‚ô• Pauline <3

  2. Ich frage mich auch, warum Dich niemand hochgetragen hat. Meine beste Freundin sitzt im Rolli. Wir sind häufig zusammen unterwegs, und es gab ab und an die Situation, dass sie wegen Treppen getragen werden musste. Einmal sogar in den vierten Stock. Du bist doch gewichtsmäßig kein schwerer Mensch. Wäre das denn keine Option gewesen?

  3. Toll, dass Du es gewagt hast!
    Schade, dass es nicht m√∂glich war. Dein ausgesuchtes Zitat am Ende fand ich sehr sch√∂n, es passt gut. Ich kann das sehr gut verstehen, dieser Trotz, der ja auch Kraft bedeutet, Willen, es nicht glauben zu k√∂nnen, das etwas nicht geht, was man selbst anders einsch√§tzt. Dann aber auch selbst zu erfahren, was nicht geht, ist wertvoller und, so meine ich, auch weniger schmerzhaft, als wenn ich es nicht wenigstens probiert h√§tte. Nicht √ľberall ist es m√∂glich, rolligerecht zu bauen, sch√∂n, wenn nachgebessert wird, wo es m√∂glich ist, aber vieles bleibt mit 4 R√§dern leider auch unerreichbar. Der Versuch z√§hlt, super gemacht! Auch der Mut, diese Strecke auf Dich zu nehmen! Hoffentlich hat Dir der Gottesdienst dann gut gefallen und die Lesung Dir auch Freude bereitet! Wir kamen vorhin auch gerade vom Abendgottesdienst! ūüėČ Viele Gr√ľ√üe!:-)

  4. Liebe Katrin,
    ich finde es auch toll, dass du es versucht hast. Manchmal ist es besser, selbst zu erfahren, dass manche Grenzen un√ľberwindbar sind. Nun wei√üt du bescheid und musst dir nicht vorwerfen, dass du es nicht versucht h√§ttest. Es ist schade, dass so wenige H√§user rollstuhlgerecht sind. So lange man nicht eingeschr√§nkt ist, macht man sich dar√ľber gar keine Gedanken, leider!
    Herzliche Gr√ľ√üe am Sonntagabend
    Regina <3

  5. alle Achtung und meinen Respekt ūüôā
    Ich bin in meinem E-Rolli auch schon mal total durchgefroren, weil ich keine Decke mitgenommen hab.
    Aber toll das Du es versucht hast, die Familie die Dir wichtig ist, zu besuchen.
    Ich habe nicht immer die Einsicht, das ich etwas nicht schaffen könnte.
    Oft bin ich dann im Nachinein so geschafft… Das bin ich selber Schuld.
    Danke f√ľr Deinen Eintrag.
    Da hab ich auch mal wieder an mir zu arbeiten.
    Julia7

  6. Richtig so, vor allem OHNE Geländer, das fehlt mir dann auch immer sehr.
    Oha, hoffentlich hast du dich nicht erkältet.
    Aber wir haben eine Einladung zu alten Freunden, die im dritten Stock wohnen.
    Bislang war das ja f√ľr mich kein Problem. Jetzt aber doch. Sogar sehr.
    Im März soll es hingehen.
    Liebe Gr√ľ√üe B√§rbel

  7. Schon die Rollifahrt dorthin und zur√ľck war eine Riesenleistung. Alle Achtung. Schade, dass du nicht in die Wohung gekommen bist, aber Respekt, dass du das so akzeptierst. Das zeigt mal wieder, wie wichtig ein Aufzug in die zweite Etage w√§re.

  8. Hallo Katrin. Das ist schon eine beachtliche Leistung, die Du da vollbracht hast. Konntest Du denn wenigstens nachher heiß duschen, damit Du wieder auftaust? Wenn ich total durchfroren bin, dann hilft nur ein heißes Bad. Oder ganz lange ganz heiß duschen.
    Du wolltest es wenigstens versuchen, die Wohnung zu besichtigen. Doch lieber die Einsicht vorher als dass Du dann mittendrin nicht mehr kannst. Schade, aber die Vernunft hat gesiegt.
    Ich w√ľnsche Dir einen sch√∂nen sonnigen Sonntag.
    Viele Gr√ľ√üe von Kerstin.

  9. Mir gefällt es, dass du es zumindest versuchen wolltest, das alleine ist schon wertvoll !
    Und dann die Grenzen zu erkennen und sie zu akzeptieren finde ich bewunderungsw√ľrdig und verdient meinen Respekt !
    Mach dir einen schönen Sonntag.
    Liebe Gr√ľ√üe von mir

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