„Meine Famile“ und der Reporter (2/4)

Als nächstes wandte sich der Journalist Frau M. zu. Sie hatte nämlich schon die ganze Zeit ihrer Freundin zugerufen: „Nu sach doch schon, wie du heißt!“

„Und Sie heißen…?“, fragte der Reporter.

„E.“, sagte Frau M., ihren Vornamen nennend.

„Und weiter?“

„M.“, und zeigte auf ihr Namensschild, das auf dem Tisch steht. (Das Namensschild von Frau W. ist selten an seinem Platz, stand also auch an dem Tag nicht dort.)

Dann stellte der Journalist die gleiche Frage wie auch schon Frau W.: „Wie ist das für Sie hier im Heim mit einem so jungen Hüpfer an einem Tisch zu sitzen?“

„Na ja, das hab ich mir ja nich ausgesucht. Man kriegt gesacht ‚Hier sitzen Sie jetzt‘ und dann sitzt man da.“

„Und dann sitzt man mit einer jungen Frau an einem Tisch. Wie ist das denn?“

„Hm… da hab ich noch gar nich drüber nachgedacht… , aber wir waren ja auch ma jung!“

„Aber sie haben doch sicherlich andere Interessen, andere Freizeitbeschäftigungen…?“, versuchte der Reporter das Gespräch wieder in Gang zu bringen.

„Ach so???“, fragte Frau M..

„Na ja“, meinte der Journalist, „Sie sitzen doch sicherlich nicht am Computer. Haben Sie einen Computer?“

„Nee!“, sagte Frau M. resolut.

Wieder musste ich schmunzeln.

 

 

11 Kommentare zu „„Meine Famile“ und der Reporter (2/4)

  1. … ich kann es mir so richtig vorstellen …

    wie niedlich …. Zitat:
    “ …. das hab ich mir ja nich ausgesucht. Man kriegt gesacht ‘Hier sitzen Sie jetzt’…..“

    DAS war sicher nicht leicht…. für dich, dein Schmunzeln im Zaum zu halten
    und für den Journalisten immer wieder einen so charmanten „Korb“
    nach dem anderen zu kassieren ……

    Zauberhafte Grüße … Katja

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