„Folgen Sie mir unauffällig!“

Gestern Mittag hatte ich noch einen Besucher anlässlich meines Geburtstages. Es war der Pfarrer meiner ehemaligen Kirchengemeinde. Er brachte mir zwei Geschenke mit: eines von ihm und eines von der Gemeinde. Ich war ganz gerührt und habe mich sehr gefreut!

Normalerweise lege ich mich nach dem Mittagessen hin und ruhe ein wenig. Da der Pfarrer aber direkt nach seinem Gottesdienst zu mir kam, fiel das gestern ultra-kurz aus. 😕

Also sagte ich zu ihm: „Wie wäre es, wenn wir zur Eisdiele gingen, dort ein Eis äßen und vor allem einen Kaffee tränken? Den brauche ich jetzt, damit die Müdigkeit mich nicht übermannt!“

Ben Dobrunz  / pixelio.de
Ben Dobrunz / pixelio.de

Das taten wir! Das Wetter war auch an diesem Tag wunderschön. Wir hatten das Heim eben verlassen, da sah ich auf dem Platz der Wiedervereinigung in der Ferne eine Silhouette, die mir doch recht bekannt vorkam.

Platz der Wiedervereinigung
Platz der Wiedervereinigung

Ich sagte zu meinem Begleiter: „Wir müssen mal eben nachsehen, ob das Frau W. ist und wo sie hin will!“

Wir betraten den Platz und ich rief: „Frau W.! Hallo!…“

Sie blickte sich suchend um. Da hatten wir sie schon erreicht.

„Wo wollen Sie denn hin?“, fragte ich.

„Ich?… also… ich weiß nicht… einkaufen?“

„Heute ist doch Sonntag. Da haben die Geschäfte zu“, sagte ich. „Wollten Sie nicht vielleicht zum Heim?“

„Ja… doch… da wollte ich hin!“

„Dann müssen Sie in die entgegengesetzte Richtung laufen.“

Sie drehte sich verwirrt um die eigene Achse. „Kommen Sie mit?“, fragte sie.

„Sicher“, sagte ich, „folgen Sie mir unauffällig.“ Das sage ich auch immer zu ihr, wenn ich sie aus dem Speisesaal nach oben mitnehme. Sie kicherte. 🙂

Wir lieferten Frau W. also vor dem Haupteingang des Heims ab und gingen dann endlich zur Eisdiele.

Gerhard-Tersteegen-Haus, Krefeld
Gerhard-Tersteegen-Haus, Krefeld
Eisdiele Amici
Eisdiele Amici

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