Der Säuglingsteller

Es ist Mittagszeit. Wir sitzen gespannt im Speisesaal und harren der Dinge, die da hoffentlich bald kommen. Man gewöhnt sich mit der Zeit an den frühen Termin – 12.00 Uhr.

Um 12.10 Uhr kündigt ein Klappern von Geschirr die Ankunft der Suppe an. Zwei Angestellte kommen mit Servierwagen herein gefahren, die voller gefüllter Suppentassen auf ihren Untertassen sind und fangen an, die Suppe zu verteilen.

Frau D. liebt die Suppe.

„Dat Süppken is ja dat Beste vom Janzen… „

Sonst ist sie ja eher ein sparsamer Esser.

Die Suppentassen werden Tisch-weise verteilt. Das Verteilen funktioniert nach einem Rotatiosprinzip, so dass jeder mal als Erster dran ist.

„Die jeht schon wieder vorbei… wir sind immer die Letzten… 😥 „, zetert Frau D. donnerstags, denn da sind sie tatsächlich der letzte Tisch.

Aber gestern, dienstags, sind sie ziemlich früh dran.

Da wird schon ihr Wagen heran gerollt. B. verteilt die Teller.

Frau D. bekommt ihren nicht als erste, aber sie gibt schon lautsark bekannt: „Isch bekomm nen Kinderteller!“

Das ist schon ihre Steigerung von „ene halve Portion“.

Aber heute erfuhr selbst der Kinderteller noch eine Verkleinerung.

„Isch bekomm ene Säuchlingsteller!“, sagte sie mit dem Brustton der Überzeugung.

„Nee!! Das haben wir hier nicht!!“, stieß B. leicht verzweifelt hervor. „Demnächst muss ich Ihnen dann wohl die Flasche bringen!!“ 😳

Das „Publikum“ im Speisesaal, also wir, lachten laut. 😆

Ein Kommentar zu „Der Säuglingsteller

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