Familie – Fürsorge

unbekannt  / pixelio.de
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Mit der Zeit wachsen einem die Bewohner, mit denen man zusamen am Tisch im Speisesaal sitzt richtig ans Herz. Es entwickelt sich so eine Art ‚Familie‘. Man lacht und albert zusammen. Man macht sich Sorgen umeinander, wenn es einem ‚Familienmitglied‘ mal nicht so gut geht.

So schimpfte Frau K. heute: „Also das ist ja nichts, dass die Deutschen heute so spät Fußball spielen! 22.00 Uhr. Da schlafe ich doch längst!“

„Ja, wir würden früher spielen“, sagte ich, „aber uns wollten sie ja nicht…“

„Da sollten wir demonstrieren!“, meinte Frau K. resolut.

Derweil sah ich herüber zu Frau W., die wie ein Häufchen Elend an ihrem Platz saß. Sie aß nicht. Sie trank nicht. Sie hielt sich den Kopf und blickte stumm auf den Boden.

„Frau W., was ist los? Haben Sie überhaupt schon gefrühstückt?“, fragte ich besorgt.

„Ich mag nichts“, antwortete sie mit schwacher Stimme. Sie sah ganz elend aus.

„Dann trinken Sie doch wenigstens etwas“, sagte ich, „eine Tasse Kaffee, ein Glas Saft…“ Ich hielt die Packung Multivitaminsaft hoch. „Soll ich Ihnen etwas eingießen?“

Da blickte sie auf: „Ach ja, Saft, das wäre gut.“ Sie reichte mir ihr Glas und während ich es mit Saft füllte, goss sie sich Kaffee ein. Außerdem legte ich ihr drei Spalten Apfelsine auf einen Unterteller und reichte ihn ihr. Wenigstens etwas Gesundes sollte sie essen.

So sorgen wir füreinander, wie in einer richtigen Familie.

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