Melancholie

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Giovanni Benedetto Castiglione – Gemeinfrei

 So ein Altenheim ist ein kleiner Mikrokosmos. Hier gibt es im Prinzip alles an Zwischenmenschlichem, was es sonst im Leben ‚draußen‘ auch gibt. So ist an einem Feiertag oder auch schon mal an einem Sonntag ohne Gottesdienst das Leben hier sehr ruhig. Wer dann nicht irgendwohin eingeladen ist oder Besuch bekommt, der verfällt manchmal ein wenig in Melancholie.

So sieht man Bewohner an den Fenstern im Flur sitzen, still hinaus schauend. Oder es sitzen welche im fast leeren Speisesaal und blättern in alten Fotoalben. Viele ältere Menschen, deren Realität und Vergangenheit sich langsam aufzulösen beginnt, suchen Sicherheit in der Erinnerung an altbekannte Menschen und Orte. Erinnerungspflege ist enorm wichtig. Es kommt dabei durchaus auch schon mal zu Tränen.

Aber auch mich jüngsten, geistig noch regen Bewohner im Heim überkommt in den Zeiten ohne ‚Programm‘ und Besuch schon mal die grüblerische Phase. Doch das ist normal, denke ich. Dann suche ich Ablenkung am Computer, beim Bloggen, Twittern. Doch auch das kann ich nur eine begrenzte Zeit machen, denn es strengt mich sehr an. Wenn ich das dann bemerke, dann holt sie auch mich ein, die Melancholie.

Aber dann heißt es immer, sich auf schönes Bevorstehendes zu freuen. Das ist hier im Haus momentan nicht schwer. Denn alles freut sich auf das am Samstag stattfindende Sommerfest! (Und auf das ebenfalls am Samstag statt findende nächste Spiel der deutschen Fußballmannschaft in Brasilien 🙂 !) Ich werde davon berichten!

2 Kommentare zu „Melancholie

  1. Liebe Karin,

    sind Sie eigentlich auch bei Facebook unterwegs? Würde mich dort auch sehr über einen Austausch freuen. In meinem Freundeskreis befinden sich viele Theologen beider Konfessionen. Das sind immer sehr interessante „Gespräche“.

    Herzlicher Gruß von Regina

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