Waschtag

Was bei uns heute Maschinen (Waschmaschine, Trockner) erledigen war in den 50-er, 60-er Jahren noch echt schwere Arbeit.

(c) Ulrike Martin – madoo.net

Senioren sind kompliziert

Oder sollte ich besser sagen „eigensinnig“? Oder „starrköpfig“. Oder „anspruchsvoll“.

Wahrscheinlich gilt alles, je nach Bewohner.

Mein Tischnachbar hat es da nicht so einfach wie die meisten anderen. Denn ich gebe Kontra.

Er: „Heute hat man mir um 4:00 Uhr nachts die Strümpfe angezogen!“

Ich: „Aber Sie möchten das doch immer zeitig, damit Sie früh zum Frühstück unten sein können.“

Er: „Ja, aber doch nicht um 4:00 Uhr!“

Ich: „Na ja, Sie sagen immer, dass Sie sowieso nicht viel schlafen können. Sie würden nachts immer viel wach im Bett liegen und auf den Morgen warten.“

Er: „Na DANN konnte ich nicht mehr schlafen!“

Ich: „Nun, es heißt immer, dass man im Alter weniger Schlaf braucht. Sie gehen einfach immer viel zu früh ins Bett. Wenn Sie um 8 Uhr ins Bett gehen, dann sind Sie um 4 Uhr eigentlich ausgeschlafen.“

Er: „Ich kann ja nicht sofort einschlafen!“

Ich: „Warum gehen Sie dann so früh ins Bett?“

Er: „Was soll ich denn sonst tun?“

Ich: „Etwas lesen, fernsehen, einen Brief schreiben, notieren was Sie alles in Ihrem langen Leben erlebt haben… „

Er: „Hmpf… Das habe ich NIE gemacht. Dafür hatte ich nie Zeit! Ich habe immer viel gearbeitet.“

Ich: „Es ist nie zu spät, etwas neues zu beginnen.“

Er: „Ja, ja… das sagen Sie so… in Ihrem Alter hätte ich das vielleicht getan… „

… … … <lange Pause> … … …

Ich: „Heute um 11:00 Uhr ist Gottesdienst. Etwas Abwechselung.“

Er: „Wo ist das denn?

Ich: „Na hier. Im Gerhard Tersteegen Haus.“

Er: „Hier im Haus? … Muss ich mal sehen, ob ich da hinkomme… „

Er war da!

Öffentliche Badeanstalt

(c) Ulrike Martin – madoo.net

Zucker

Das Wort hat zwei Bedeutungen:

Bild von 955169 auf Pixabay 

Süßungsmittel in Speisen und Getränken.
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Bild von Myriams-Fotos auf Pixabay 

Im Volksmund genutzt als Krankheitsname für Diabetes.

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Wenn man nicht ein wenig achtgibt auf sein Essverhalten, dann rutscht man im Alter schnell in den sogenannten Altersdiabetes. Gemeint ist damit der Diabetes Typ 2.

Er trifft selten auch jüngere Menschen. Bei ihnen tritt er oft durch genetische Veranlagung auf. Aber auch hier sind Bewegungsmangel und Körpergewicht ausschlaggebende Faktoren.

Bei uns im Gerhard Tersteegen Haus ist es nicht schwer, sich ein kleines Bäuchlein anzufuttern. Die regelmäßigen Essenszeiten, die wohlschmeckenden Speisen und der Mangel an Bewegung treffen voll und ganz auf unser Leben hier zu.

Es ist schwer diesen Fallen aus dem Weg zu gehen. Bewohner, die noch ganz gut laufen können, drehen ihre Runden durch Parks und Einkaufsstraßen. Aber seit Corona ist das auch nicht mehr ungefährlich. Die Omikron-Variante des Coronavirus-Sars CoV2 kann auch geimpfte und mit Auffrischungsimpfung (Booster) versorgte Menschen treffen. Also besser zuhause bleiben.

Um in diesen Beitrag auch etwas zum schmunzeln einzubringen, lauscht folgendem Gespräch zwischen zwei Bewohnern im Speisesaal:

Fr. X und Hr. Y sitzen sich im Speisesaal Corona-gerecht gegenüber. Als sie vor ~zwei Jahren ins Gerhard Tersteegen Haus (GTH) einzogen hatte er eine schlaksige, schlanke Figur. Sie war schon damals übergewichtig.

Mittlerweile hat sich der Herr ein Corona-Bäuchlein angefuttert. Kein Wunder bei der guten Küche des GTH.

Sie: „Und? Haben sie bei dir heute Morgen auch den Blutzucker gemessen?“

Er guckt Löcher in die Luft, schaut herüber zu mir und rollt mit den Augen. Er ist genervt.

Sie: „Hast du verstanden was ich gesagt habe?“ Das war schon etwas lauter.

Sie schaut herüber zu mir: „Er hört ja so schlecht… “ Sie rollt mit den Augen. Sie ist genervt.

Sie: „UND, WIE WAR DEIN ZUCKERWERT HEUTE MORGEN?

Er: „Nun schrei doch nicht so!“

Sie: „Aber sonst hörst du ja nichts.“ Das wurde in normaler Lautstärke gesprochen.

Er: „Aber sicher höre ich dich. Schließlich trage ich ja Hörgeräte!“ stolz richtet er sich auf: „Ich war doch letztens beim Akustiker und der hat alles wieder gut eingestellt.“

Musik, die mich momentan total mitreissst

Sooooo genial!!! Da muss frau einfach mitswingen!

Das Etagenklo

Vom Plumpsklo wurde schon berichtet. Das Etagenklo war der nächste Schritt der Verbesserung des „stillen Örtchens“.

Lest, was Ulrike Martin darüber erzählt.

Ulrike Martin – madoo.net

Bewohner-Vollversammlung und Neujahrsempfang 2022

Wie zu jedem Jahresanfang gab es vorgestern eine Bewohner-Vollversammlung mit Neujahrsempfang.

Außerdem wurde der Bewohner-Beirat, der sich in den vergangenen zwei Jahren für uns einsetzt, verabschiedet. Sein Sprecher informierte uns darüber was sie alles gemacht und wofür sie sich eingesetzt hatten.

Was uns Bewohnern am besten gefiel, war dass sie es endlich durchgesetzt hatten, dass es jetzt Samstags nicht nur Eintöpfe / Suppen zur Auswahl gibt, sondern einen Eintopf / Suppe und ein Nudelgericht.

Die Kandidaten für den neuen Beirat wurden vorgestellt. Deren Wahl wird am 02.02.2022 sein.

Im Anschluss sprach die Vertretung der Einrichtungsleitung, Hr. Albers ein paar Worte. Er lobte uns für die Besonnenheit, mit der wir die ganzen Schwierigkeiten der Pandemie hinnehmen.

Fr. Faust, Leitung des Sozialen Dienstes sprach ein paar Worte.

Damit war die Versammlung beendet.

Das Plumpsklo

Folgenden Text habe ich auf madoo.net gefunden. Er passt hervorragend zu den Aussagen, die ich manchmal von den Bewohnern höre.

Hier also der erste Abschnitt von Ulrike Martins Aufzeichnungen.

Ulrike Martin madoo.net

Hilf dir selbst sonst hilft dir keiner

Dies ist ein offener Brief an unsere Politiker.innen
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Muss es solange dauern bis Sie selber pflegebedürftig werden? Wann werden Sie die Pfleger und deren Kollegen im Pflegeheim mit mehr Pflegekräften in einer Schicht, mit einem besseren Personalschlüssel ausstatten?

Ich lebe in einem Pflegeheim in Krefeld, Nordrhein Westfalen, zahle ein Heidengeld für die Vollstationäre Unterbringung und Verpflegung hier.

Ich muss erleben, dass in der Nachmittagsschicht nur zwei Pflegekräfte für den ganzen Wohnbereich mit 32 Bewohnern sorgen müssen.

Wenn sie es dann irgendwie schaffen, die wichtigsten Tätigkeiten zu erledigen, sind sie froh, wenn es Bewohner gibt, die einige Dinge selbstständig durchführen können.

In der Frühschicht ist der Personalschüssel etwas besser. Wenn keiner krank ist oder Urlaub hat oder sich um ein krankes Kind zuhause kümmern muss, oder schwanger ist, was ja alles durchaus Gründe sind, die per Gesetz zugelassen sind, sind maximal fünf Pflegekräfte im Einsatz.

Oft muss die Wohnbereichsleitung Kräfte von einer Zeitarbeitsfirma anfordern. Das ist teuer!

Wer muss das ausbaden? Zum einen das Personal. Zum anderen die Bewohner. Ich würde mir so sehr wünschen, das Personal hätte einmal Zeit, sich zu einem zu setzen, ein paar Worte mit dem / der Bewohner.in auszutauschen, zu hören ob alles gut läuft oder wo der Schuh drückt.

Wenn Sie das mit Ihrer Politik nicht schaffen, bevor Sie uns alle haben zugrunde gehen lassen, dann wundern Sie sich nicht, wenn immer mehr Menschen der Politik müde werden und extreme Gruppen Zulauf bekommen.

Auch Heimbewohner dürfen wählen. Die Bevölkerung wird immer mehr Pflegefälle haben. Die „Alten“ werden prozentual immer mehr werden. Damit wird ihre Stimme immer lauter werden.