Demenz-WG in Wien

Planet Wissen zeigte in einer Sendung über Alzheimer diesen Film über eine Demenz-WG in Wien:

planet-wissen.de

Für den Film bitte hier klicken: >>klick<<
Verfügbar bis 17.08.2020

Überhaupt lohnt es sich die gesamte einstündige Sendung anzusehen und auf der zugehörigen Homepage zu stöbern!

Duzen oder Siezen

Dieses Thema taucht immer wieder einmal auf im Laufe des Lebens.

Ich erinnere mich, dass vor 6½ Jahren, als ich ins Gerhard Tersteegen Haus einzog, es seltsam fand, wenn jemand vom Pflegepersonal einen Bewohner duzte. Ich empfand das als herabwürdigend.

Mittlerweile musste ich feststellen, dass demente Bewohner oft ganz in ihrer Vergangenheit leben. Sie reagieren dann oft nur noch auf ihren Vornamen. Es macht also Sinn, hier zu duzen. Doch das wusste ich vor 6½ Jahren nicht.

Wie mache ich es jetzt? Ich duze (oder auch nicht), wenn es mir angeboten wird. Ich biete das Du Jüngeren an, wenn die Sympathie stimmt. Ich duze und nutze den Vornamen, wenn ich demente Bewohner erreichen will (Ich werte sie jedoch nicht herab!).

Ich finde es sehr schön, dass die deutsche Sprache Du und Sie hat. Es mag verschiedene Regeln geben, wann was wo eingesetzt wird. Bei mir war das schon früher so, dass die Sympathie, die ich für einen bestimmten Menschen empfinde, mich auch schnell zum Du greifen lässt. Ist jemand wesentlichälter als ich, kommt mir automatisch das Sie über die Lippen.

Also, liebe Hilda, du bis mir erstens sehr sympatisch und zweitens reagierst du besser auf Du.😉

Das also als kleine/r Erklärung/Nachtrag zum Beitrag von gestern.

 

Mit strammem Schritt in die falsche Richtung

Im Laufe der Zeit erkenne ich durch die geschlossene Zimmertür am Klag des Schritts wer über den Flur läuft.

Seit einigen Wochen höre ich jemanden mit strammem Schritt über den Flur eilen.

Manchmal wird dann an eine Zimmertür geklopft und die Tür geöffnet. Aha, Schwester XY.

Oder es wird an einer Tür geklopft oder geklingelt. Das sind Besucher.

Doch wenn der Schritt an meiner Tür vorübergeht und dann wieder zurückkommt… hmm… dann… werde ich hellhörig!

Ich rolle zur Tür, öffne sie, sehe nach wer denn dort ist und entdecke: „Hallo Hilda! (Name ist geändert) , wo willst du denn hin?“

Hilda bleibt stehen und dreht sich um: „Nach Hause!“

Ich: „Du wohnst in Zimmer 99999. Da läufst du in die falsche Richtung. Da lang geht´s“, ich zeige in die richtige Richtung.

Hilda blickt mich voller Bewunderung an: „Zimmer 99999… das stimmt!“ Sie strahlt mich an. „Dass du das weißt!“

Ich lächele. „Also, da lang …“, ich zeige noch einmal in die korrekte Richtung.

Hilda lächelt zurück: „Hm… da lang also… und dann?“

Ich: „Ich steze mich eben in den E-Rolli und dann komme ich einfach mit.“ Ich weiß, dass es ein ganzes Stück ist und dass ich das nicht im Aktivrolli schaffen würde.

„Ach ja! Das wäre schön! Du bist so lieb!“, sie strahlt mich an. Die Worte klingen mehr als erleichtert.

So machen wir zwei es dann.

Hilda wohnt in einem Doppelzimmer. Als wir dort eintreffen, begrüßt sie ihre Zimmergenossin. „Sie hat mich nach Hause gebracht“, sie zeigt auf mich, „Sie ist so schlau!“ Man merkt ihr die Erleichterung noch an.

 

 

Sea Hero Quest – Spielen gegen das Vergessen

Fast habe ich den Eindruck mein Blog über Meine Erlebnisse im Altenheim bekommt indirekt ein neues Schwerpunktthema: Demenz. Doch das hängt eng damit zusammen, dass das hier ein Altenheim ist. Im Laufe der Lebenszeit nimmt die Anzahl der Menschen mit Demenz zu.

Quelle: Deutsche Telekom

 

Junge Gruppe bastelt für Karneval

Wir basteln sehr gerne in der Jungen Gruppe. Denn mehrere Damen des Sozialen Dienstes sind sehr kreativ und einfallsreich. Meist entstehen Dinge, die nachher gut bei Festen im Haus genutzt werden.

Das nächste große Fest, das ansteht ist Karneval. Krefeld hat viele jecke Fans, die sich gerne kostümieren, Karnevalslieder singen, feiern und auch zum Karnevalszug gehen. Derer gibt es mehrere in Krefeld.

Auch im Gerhard Tersteegen Haus wird Karneval gefeiert.

 

 

Wochenendrätsel – Drei Blätter des Denksport 2020 Kalender

Ende des letzten Jahres habe ich einen Abreißkalender mit Denksport-Aufgaben für jeden Tag des Jahres 2020 entdeckt und gekauft. Ich präsentiere euch die Blätter der letzten 3 Tage. Das sind sehr unterschiedliche Rätsel. Da müsste für jeden etwas dabei sein.

 

.
.

Jammern und Weinen

Wir Bewohner, die wir im Gerhard Tersteegen Haus gelandet sind, sind alle nicht freiwillg hier. Das GTH ist keine „Seniorenresidenz“ wie sich manche Heime für betagte Bürger nennen. Es ist ein Alten- und Pflegeheim.

Hier bekommt man nur einen Heimplatz, wenn man einem Pflegegrad zugeordnet wird. Früher hieß es Pflegestufe. Seit 2017 wurden die 3 Pflegestufen in 5 Pflegegrade umgebaut. Dadurch sollen geistige und körperliche Beeinträchtigungen gleichwertig behandelt werden. Da die Menschen immer älter werden, hat die Zahl an von Demenz betroffenen Personen zugenommen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft nennt das „Lebenszeitrisiko“. Diese Personen können nun leichter einer Pflegestufe zugeordnet werden.

Da wir alle nicht freiwillig hier wohnen, gibt es tatsächlich immer wieder Menschen hier, die ihrem Leid und Unmut durch Jammern und Weinen Ausdruck verleihen.

Das passiert oft morgens auch an meinem neuen alten Tisch im Speisesaal. Je nach meiner eigenen Tagesform kann ich das besser oder schlechter verkraften. Eigentlich bedrückt mich das meistens. Denn ich bin ein empathischer Mensch. Ich hätte am liebsten eine heile Welt.

Was habe ich also gestern Morgen getan, als Frau ABC den Tag wie so oft mit Jammern und Weinen begann? Ich wartete einige Zeit ab, bis sie ihr Frühstück beendet hatte. Dann rollte ich mit meinem E-Rolli zu ihr hinüber und nahm sie einfach in den Arm. Als hätte ich einen Lichtschalter betätigt, leuchtete ein Lächeln mir entgegen.

Ich sah auf und wunderte mich, dass Frau DEF immer noch am Tisch saß. Sonst ist sie immer sehr schnell wieder weg. Ich weiß, dass sie nur noch sehr schlecht sehen kann. Sie konnte also nicht gesehen haben, was geschehen war. Aber ihr Gesicht war mir zugewandt. Dann hob sie einen Arm. Es war eindeutig. Sie wollte auch gedrückt werden.

Gerne rollte ich zu ihr und drückte auch sie. Denn nicht nur den beiden Frauen tat diese Zuwendung gut. Auch mir tat das gut!