Montagmorgen Sitzgymnastik

Ist der Montag kein Feiertag, beginnt die Woche im Gerhard Tersteegen Haus vormittags immer mit Sitzgymnastik. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal zum regelmäßigen Besucher der Sitzgymnastik werden würde. Doch ich habe es immer gemocht, mich zu bewegen. Jetzt habe ich die Bewegung nur meinen Fähigkeiten und Möglichkeiten angepasst. 😉

Gestern war der Raum pickepacke voll. Nicht nur ‚draußen‘ möchte sich der Mensch nach der reichhaltigen Ernährung an den Feiertagen mehr bewegen und dadurch vielleicht auch die angefutterten Pfunde wieder los werden.

Natürlich absolvieren wir bei der Sitzgymnastik im GTH keinen Sport. Aber die Bewegung macht Spaß. Anders als unter lauter gesunden und/oder jungen Menschen, wird darauf eingegangen, dass hier jeder sein Handicap hat. Jeder soll nur so weit mitmachen, wie es ihm möglich ist.

Die Leitung der Gruppe übernehmen immer Angestellte vom Sozialdienst. Sie machen das alle sehr gut, ein jeder auf seine Weise. Da es wechselt, wer die Gruppe übernimmt, wird es nie langweilig. Es tut mir sehr Leid, dass Frau Kraus schon seit längerem krank ist. Sie fehlt uns allen sehr!

Gute Besserung!

Prost Gemeinde…

Gestern Mittag gab es Sauerbraten, Klöße und Rotkohl – lecker! Fanden Frau B., U. und ich. Frau Ga. zog die Nase kraus, verzog dann das ganze Gesicht und streckte mit einem lauten

UuuhhhWÄÄÄ!

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ihre Zunge heraus! Ihr schmecke es nicht, ließ sie uns wissen.

„Haben Sie aber eine lange Zunge!“, sagte Frau B. und lachte.

„Hmm!“, stimmte ihr Frau Ga. selbstgefällig und breit grinsend zu.

Doch dann kam der Nachtisch. Vanille-Eis mit Karamell. Das war nach ihrem Geschmack. Das verputzte sie komplett.

U. verließ als erste den Tisch. Dann ging Frau B.. Ich blieb noch sitzen, bis ‚meine kleine Prinzessin‘ (das ist sie für mich) mit ihrem Eis fertig war.

„Sie können ruhig gehen“, meinte Frau Ga. zu mir.

„Ich weiß„, antwortete ich. „Ich will Ihnen aber noch mit dem Kleiderschutz helfen!“ Sonst reißt sie den nämlich einfach ab.

„Das müssen sie aber nicht“, sagte sie zu mir.

„Ich weiß“, antwortete ich lächelnd.

Ich löste ihren Kleiderschutz und faltete ihn zusammen und legte ihn in ihren Rollator. Dann fiel mein Blick noch einmal auf ihren Platz am Tisch. Ihr Wasserglas war noch vollkommen gefüllt.

„Sie sollten noch mal etwas trinken, bevor Sie nach oben gehen.“ Wenn ihr irgendwer so etwas sagen darf, ohne ihren Groll auf sich zu ziehen, dann ich. Wir mögen uns halt.

Was sie allerdings dann sagte, ließ mich laut auflachen!

Sie erhob ihr Glas: „Prost! … Prost Gemeinde! Der Pfarrer säuft!“

Sie ist einfach unschlagbar! 😂 😂 😂 🤣 🤣

 

 

Sie wirkt so verloren

Ende November letztes Jahr schrieb ich schon einmal über Frau Kv.. Damals schlurfte sie über den Flur, hin und her. Auf die Frage, wohin sie denn wolle, antwortete sie: „Ich weiß nicht… “ Seitdem sehe ich sie immer wieder einmal auf der Suche nach…???

Letztens kam sie nach unten in den Speisesaal. Sie lahmte, die Füße über den Fußboden schiebend, am Frühstücksbüfett entlang. Dann schlug sie die Richtung zum Tisch ein, an dem sie früher immer saß. Das war ganz auf der anderen Seite des Speisesaals, von mir aus gesehen. Daher konnte ich nicht sehen, was dort passierte.

Doch es dauerte nicht lange, da wankte sie wieder zum Büfett. Ich fühlte mit ihr. Sie war unglücklich und verloren, wusste nicht was sie wollte, was sie sollte.

Frau T. fragte sie: „Was suchen Sie denn?“

Keine gute Frage. Das wusste Frau Kv. doch selber nicht.

Ich schaltete mich ein: „Frau Kv., sie müssen wieder mit dem Aufzug nach oben auf die 2 fahren. Dort bekommen sie jetzt ihr Frühstück.“

Frau Kv. guckte mich ganz hilflos an: „Auf die 2? Was soll ich da?“

Frau T. fragte mich: „Wohnt sie auf Wohnbereich 2?“

„Genau!“, sagte ich.

Frau T. wandte sich Frau Kv. zu: „Ich wollte eh gerade hoch fahren. Da können wir ja zusammen fahren.“ Sie hatte die Lage erkannt und sagte genau das Richtige! Die beiden Damen verschwanden gemeinsam.

Nachmittags, ich kam gerade vom Einkaufen zurück, begegnete ich Frau Kv. wieder. Ich stand am Aufzug, wollte gerade auf meinen WB fahren. Als der Aufzug im Erdgeschoss ankam und sich die Tür öffnete, kam Frau Kv. aus dem Aufzug.

„Hallo Frau Kv.. Müssen Sie hier unten etwas erledigen? Oder wollen Sie mit mir nach oben fahren?“, fragte ich.

„Ich weiß nicht… wollte ich unten etwas? Ach… ich fahre mit Ihnen“, sie war wieder ganz desorientiert.

Als wir oben ankamen, merkte ich schnell, dass ich sie besser nicht sofort alleine lassen sollte.

„Und was soll ich jetzt hier?“, fragte Frau Kv..

„Wollen wir gemeinsam ‚Mensch ärgere dich nicht‘ spielen?“, fragte ich sie. Ich weiß, dass sie das gerne spielt. Sie spielt es auch manchmal mit einer Bekannten.

Frau Kv. fragte: „Wollen wir?“

„Wollen SIE?“, fragte ich sie.

„Ja!“, sagte sie.

„Dann folge Sie mir bitte ganz unauffällig!“, sagte ich lachend zu ihr. Auf dem WB steht in einer Ecke das große ‚Mensch ärgere dich nicht‘-Spiel. Dort wollte ich hin.

Dort angekommen, nahmen wir am Tisch platz. Jeder sucht seine Spielfarbe aus. Und los ging es. Das Spiel dauerte ziemlich lang. Zum Schluss hatte jeder 3 Spielfiguren im Ziel. Wem würde es zuerst gelingen, die vierte Figur ans Ziel zu bringen? Zuletzt stand jede von uns mit der vierten Figur vor dem Ziel. Jetzt ging es nur noch darum, wer mehr Würfelglück haben würde.

Dann schaffte es Frau Kv.!

The Mystery Blogger Award (3)

Es ist schon wieder passiert. Ich wurde wieder zum Mystery Blogger Award nominiert. Dieses Mal war es Uli vom wunderbaren Comic-Blog Uliwood . Herzlichen Dank dafür, Uli!

 

 

Dies ist schon das dritte Mal, dass ich für diesen Award nominiert wurde. Daher möchte ich nicht komplett noch einmal mitmachen. Aber ich beantworte gerne deine Fragen. Sie gefallen mir!

Woran hast Du heute morgen als erstes gedacht?

O Gott, bin ich noch müde!!!

Was ist Dir wichtig im Leben?

Ehrlichkeit, Empathie, Freundschaft, Liebe

Bist Du eitel?

Zu einem gewissen Grad schon.

Was erachtest Du als Deine größte Stärke?

Wenn ich etwas erreichen möchte, kann ich sehr hartnäckig sein.

Was würdest Du Donald Trump gerne einmal sagen?

Fake news!

Außerdem würde ich ihn gerne mal einen Monat mit Hartz4 auskommen lassen.

 

The Mystery Blogger Award (1)

The Mystery Blogger Award (2)

Altenpfleger lädt Frau Merkel in seine Einrichtung ein!

In der Sendung „Klartext, Frau Merkel!“ ging es im September 2017 um Pflege:

„Für die Pflege“ – Bessere Bezahlung & Rahmenbedingungen

Dabei kam auch Altenpfleger Ferdi Cebi zu Wort und lud die Kanzlerin in seine Einrichtung ein.

Ferdi Cebi rappt in seiner Freizeit unter dem Namen Idref. Auch da hat er Texte der Pflege gewidmet:

Neujahrsempfang und Bewohnervollversammlung 2018

Gestern Vormittag fand der Neujahrsempfang verbunden mit der Bewohnervollversammlung 2018 unten im Speisesaal statt. Zuerst wurde uns Bewohnern von den Damen und Herren der Hauswirtschaft je nach Wunsch ein Glas Sekt, Saft oder Sprudel gereicht.

Vorne quer war ein langer Tisch aufgebaut, an dem die Damen und Herren des Bewohnerbeirats saßen.

Die restlichen Bewohner saßen locker an Tischen verstreut über den restlichen Saal. Schon allein durch diese Sitzordnung hatte das ganze etwas offizielles.

U. als stellvertretende Vorsitzende des Bewohnerbeirats eröffnete die Bewohnervollversammlung und berichtete über das, was der Bewohnerbeirat im vergangenen Jahr alles gemacht hatte.

Frau Faust vom Sozialdienst gab bekannt, dass am 22.02.2018 wieder ein neuer Beirat gewählt würde. Bei der Bewohneranzahl von 120 Bewohnern würden wieder 5 Leute in den Beirat gewählt. Es hätten sich bereits 10 Bewohner zur Wahl aufstellen lassen. 2 weitere hätten sich noch Bedenkzeit erbeten. Sie fände das hervorragend. Sie habe schon viele Wahlen zum Bewohnerbeirat erlebt. Doch so großes Interesse am aktiven Heim-Leben habe sie noch nicht erlebt. Ich bin mal gespannt. Ich habe mich nämlich auch aufstellen lassen. 😉

Dann wurde das Wort an die Einrichtungsleitung, Frau El Kaamouzi weitergereicht. Erst gab sie eine kurze Ansprache. Sie beteuerte noch einmal, dass ihr viel daran liege, dass die Bewohner sich im Gerhard Tersteegen Haus wohl fühlen. Ihre Tür stehe immer offen für uns. Wir könnten immer mit ihr reden. Sie sei für den „kurzen Dienstweg“. Wenn man Dinge direkt anspreche, würden die Probleme viel schneller gelöst.